Die Kranzflechterin 2024

2019 war das Jahr der zwölfstündigen Theaterreise «alles in allem 2019» nach dem Buch «Alles in Allem» von Kurt Guggenheim.

2024 wird das Jahr des Theaterspazierganges nach dem Buch «Die Kranzflechterin»* von Hugo Loetscher. Titel: Die Kranzflechterin 2024. Das Format: Ein vielstündiger Theaterspaziergang.

Das Fähnlein der 7 Unbeirrbaren hat sich unter Führung von Projektleiter Peter Brunner und künstlerischem Leiter Wolfgang Beuschel wieder an die Arbeit in wachsenden Kreisen gemacht. Wieder spielt Zürich – diesmal von unten – eine Hauptrolle, wieder werden die Örtlichkeiten gewechselt und wieder ist nicht nach klassischen eineinhalb Stunden Schluss.

Loetschers Text ist eine Epochengeschichte, eine Hommage an eine zupackende Frau und an das proletarische Zürich, insbesondere an die Stadtkreise 3, 4 und 5. Im Mittelpunkt steht die titelgebende Kranzflechterin Anna, aber auch der Organismus Stadt gewinnt im Symbol der Kränze und der Kreise, die die Protagonistin zieht, seine Gestalt. Blitzende Ironie trifft auf lebensfrohe und blumenreiche Fabulierkunst.

Der ganze Kreislauf des Lebens, des Werdens und Vergehens fügt sich nahtlos, ohne Pathos und mit viel Daseinsfreude in das Leben der Anna, einer wunderbar pragmatischen Frauengestalt, die weder mythisch überhöht noch kitschig proletarisiert wird.

Wir meinen, dass unser Projekt eine würdige Fortsetzung der erfolgreichen Theaterreise «alles in alle, 2019» werden kann. Ob wir wieder innerhalb der Stadt die Spielorte erspazieren, oder ob ein grosses Gebäude Heimat verschiedener Szenen wird – noch eruieren wir die Möglichkeiten der horizontalen oder vertikalen Verschiebung.

Lasst euch überraschen!

Dranbleiben und vorfreuen!

Peter Brunner & Wolfgang Beuschel

*Rechte: Diogenes Verlag AG, Zürich. Der Roman ist vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich. – Erstausgabe im Verlag der Arche Zürich / Peter Schifferli, 1964.

«Von der Zinne aus sah Anna auf Zürichs Dächer, sah die türmereiche Stadt, das Wolkengeball über den Spitzhauben des Grossmünsters, aber die Lanzen des dicken Peters und des Fraumünsters vermochten nichts gegen den Wind, der über die Spitzen Wolken schmierte. Die Dächer kauerten gegeneinander, die Balkone klammerten sich an die Hausmauern, alle Schornsteine standen verloren, und aus den Ziegeln guckten die Glasaugen der Dachluken halbgeschlossen. Anna lehnte sich ans Geländer und gab sich dem Wind hin.»

Hugo Loetscher, Die Kranzflechterin