Eine Zürcher Familiengeschichte von Peter Brunner
Die Publikation Die Mörgelis erzählt die Geschichte einer Zürcher Familie über elf Generationen hinweg – von den ersten nachweisbaren Vorfahren im 16. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Ausgangspunkt der Spurensuche sind Schlatt, Waltenstein und der Nussberg im Zürcher Tössbergland, später Bachenbülach im Zürcher Unterland und Mönchaltorf im Zürcher Oberland.
Im Zentrum steht nicht nur die genealogische Rekonstruktion eines Stammbaums, sondern der Versuch, vergangene Lebenswelten sichtbar zu machen. Peter Brunner verbindet Familienforschung mit Ortsgeschichte, Archivarbeit und persönlichen Reflexionen über Herkunft, Erinnerung und Identität.
Die Familienlinie lässt sich bis zu Andreas Mörgeli (1548–1601) zurückverfolgen, dem ältesten bekannten Vorfahren der Familie. Sein Name leitet sich vom altgriechischen andreios ab und bedeutet «der Tapfere». Diesen Eigenschaften – ebenso wie der Tatkraft der Frauen – ist die über 475-jährige Geschichte der Mörgelis aus Schlatt zu verdanken. Landwirtschaft, Besitzverhältnisse, Krankheiten, Hungersnöte und familiäre Abhängigkeiten prägten ihren Alltag ebenso wie soziale Umbrüche, Auswanderung und die Suche nach neuen Lebensperspektiven.
Besonders sichtbar wird dies am Beispiel von Heinrich Mörgeli (1850–1946), der in den USA den Familienzweig «Moergeli» begründete. Die Spurensuche dort wird durch zahlreiche Namensvarianten erschwert: Aus Mörgeli wurden unter anderem Margile, Margill, Moregh, Morgli oder Morgali – meist entstanden durch phonetische Einträge amerikanischer Amtsstellen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wechsel der Familie von Schlatt über Bachenbülach nach Mönchaltorf. Mit dem Umzug von Ulrich Mörgeli und Barbara Müller in den Breitacker begann 1860 ein neues Kapitel der Familiengeschichte.
Die Darstellung verbindet Familienerinnerungen mit historischen Quellen, Fotografien, Zeitungsberichten und Kartenmaterial. Es entsteht ein vielschichtiges Bild des bäuerlichen Lebens im Kanton Zürich zwischen Frühneuzeit und Moderne. Die Publikation versteht sich nicht als abgeschlossene Familienchronik, sondern als offener Forschungsprozess – als Versuch, Spuren von Menschen sichtbar zu machen, deren Leben eng mit regionaler Geschichte, Migration, Verlust und Erinnerung verbunden ist.
Details zur Familiengeschichte: Die Mörgelis – Zwischen Schlatt/ZH und Mönchaltorf – PDF
Fotos zur Familiengeschichte Mörgeli
Links die Urgrosseltern Anna Bretscher (1865–1925) und Jakob Ferdinand Mörgeli (1862–1918); die beiden anderen Aufnahmen zeigen meine Grossmutter Anna Olga «Tagi» Mörgeli (1886–1960)
