Nach 20 Jahren sogar theater und dem Zürich-Total-Projekt «alles in allem 2019» ist noch lange nicht Schluss. Zürich bleibt für Peter Brunner Theater- und Werkstoff zugleich: Bühne, Stadtkörper und Erfahrungsraum. Die Herausforderung besteht weiterhin darin, die der Stadt inhärente Dramaturgie freizulegen und ihre vielfältigen Erscheinungsformen zu erkunden – etwa in den Stadtminiaturen «Leu und Meier», die hier ihren Webauftritt haben.
Weitergeführt wird auch die Auseinandersetzung mit Kurt Guggenheims Roman «Alles in Allem»: Gemeinsam mit Wolfgang Beuschel entwickelt Peter Brunner mit Sandro Feuillet eine Web-App, die den Roman als Hörspaziergang im Stadtraum erfahrbar macht. Reale Schauplätze verbinden sich mit eingesprochenen Textpassagen, historischen Bildern und zusätzlichen Informationen zu einer literarischen Karte Zürichs – einem digitalen Nachhall der Theaterreise von 2019.
Aus dem umfangreichen Familienarchiv Brunner-Mörgeli, das durch ein Findmittel erschlossen wurde, sind mehrere Dokumentationen entstanden, die auf dieser Website als PDFs zugänglich sind. Besonderes Gewicht erhält dabei die alternativ-lebensreformerische Initiative von Heinrich Brunner (1913–1977): Im Tessiner Weiler Meraggia bei Sala Capriasca gründete er 1945 ein genossenschaftlich und vegetarisch geprägtes Siedlungsprojekt – zwischen Freikörperkultur, Naturzustand und den Freiland-Ideen Silvio Gesells.
Aus dieser Familienforschung entwickelt sich ein längerfristiges Schreibvorhaben. Im Zentrum steht dabei weniger eine klassische Familiengeschichte als vielmehr eine Erzählung der Zeit anhand einzelner Figuren und Lebensläufe. Genre, Form und Stil bleiben bewusst offen.
«Peter Brunner Projekte» ist der Oberbegriff für Vorhandenes und Kommendes: für eigene Arbeiten ebenso wie für partizipative Projektformen, Kooperationen und neue Versuchsanordnungen.
Juni 2026
Foto aus dem Familiennachlass

Heute wirkt das Bild fast ikonisch: der Traktor im Morast, die spiegelnde Wasserfläche und dahinter die Bergkulisse. Die Szene entstand vermutlich während der Melioration der Reussebene, wo mein Grossvater als Vorarbeiter und Draineur tätig war.
30 ausgewählte Ansichtspostkarten aus der Sammlung Peter Brunner (1’740 Karten)
«Sicher ist: im Büro am Fuss des Gottfried-Keller-Geburtshauses werden weiterhin Kopf und Computer rauchen».
(Anne-Catherine Eigner)





























